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Wie wir unser Miteinander beeinflussen

 

Das Miteinander von uns Menschen sollte viel mehr Wert bekommen, als ihm im Alltag zugestanden wird.

 

Wir Menschen drehen uns viel um uns selber. Wir sehen uns als abgekapselt von den anderen.

 

Das ist aber eigentlich gar nicht so. Wenn Du mal nachdenkst, was ein Wort, ein Lächeln, eine grimmig zusammengezogene Stirn oder eine kurze Berührung bei Dir bewirken können, dann weißt Du, wie groß der Einfluss Deiner Mitmenschen auf Dich ist.

 

Nicht zu vergessen, wie groß auch Dein Einfluss auf Deine Mitmenschen ist.

 

 

Selbst fremde Personen können unsere Gefühle beeinflussen

Da ich täglich mit der S-Bahn zur Arbeit fahre, erlebe ich viele verschiedene Menschen und Situationen mit ihnen, durch die mir immer wieder klar wird, wie groß dieser Einfluss ist.

 

Meistens schauen wir Bahnfahrer kaum einander an. Wir teilen uns einen Vierersitz, aber darüber hinaus wollen wir nichts miteinander zu schaffen haben. Wir gehen respektvoll distanziert miteinander um, versuchen unser Ding zu machen und uns von den anderen nicht dabei stören zu lassen. Halten Abstand.

 

Scheinbar gibt es unausgesprochene Regeln, die wir einhalten.

Meistens einhalten.

 

Ich erinnere mich an eine Frau, die sich neben mich gesetzt hat:

Ich war auf dem Heimweg, las mein Buch. Mein Tag ist anstrengend gewesen und meine Ruhe war dementsprechend heilig.

Die Dame neben mir begann zu telefonieren.

 

              Nicht meine Welt in der Öffentlichkeit aber das halte ich aus.

 

Alle paar Minuten drehte die Lady neben mir sich etwas weiter weg, sodass sie irgendwann mit dem Rücken zu mir saß.

 

              Auch okay.

 

Sie begann unruhig zu werden und stupste mich an, schien es selbst gar nicht zu bemerken.

 

               Ich mag es nicht, wenn mich Menschen in der Öffentlichkeit berühren, gerade nach einem      

               langen Tag. Aber ich halte es aus.

               Das kann mal passieren.

 

Sie redet weiter auf ihr Handy ein, rempelt mich wieder an.

 

               Kann passieren, muss es aber nicht. Und schon gar nicht zwei Mal hintereinander.

               Ich bin genervt.

 

 

So schnell kann das gehen. Ich kenne die Frau nicht. Sie hat nichts mit mir zu tun, kennt mich nicht, kann nicht über mich oder mein Leben urteilen. Aber sie schafft es, Gefühle in mir auszulösen.

Starke Gefühle.

 

Genervt zu sein sieht mir kaum ähnlich. Ich bin selten genervt und wenn ich es doch bin, dann nervt mich das, weil ich ja normalerweise nicht genervt bin. Also ich bin so selten genervt, dass das Genervt-Sein mich nervt. Und diese Frau schafft es schnell und mit wenig Aufwand, mich zu kriegen.

 

 

Miteinander sein hat Auswirkung auf uns

In dieser Situation hat Miteinander stattgefunden. Und das ist nur eine Situation die mir einfällt. Es gibt zig mehr. Sogar wildfremde Menschen schaffen es, Gefühle in mir auszulösen.

Das kennst Du bestimmt auch, oder?

 

Der springende Punkt ist also, dass Miteinander eine Wirkung auf uns hat. Immer.

Und wenn alles okay beim Miteinander ist und wir dementsprechend keine Gefühlsregung spüren, dann ist ja dieser Zustand im Endeffekt ebenso vom Miteinander verursacht. Es ist uns nur nicht bewusst, weil es eben recht neutral oder anders gesagt, genau so ist, wie erwartet.

 

Wenn schon fremde Menschen es vermögen, derart viel Gefühl in mir auszulösen, was vermag dann mein Mann, meine Freundin, meine Eltern, was vermögen all die Menschen in mir auszulösen, die mir wichtig sind, die mir nah sind?

 

Und was vermag ich eigentlich in ihnen auszulösen?

Uns ist oft gar nicht bewusst, was wir für einen Einfluss auf unsere Mitmenschen haben.

 

Wenn wir es uns aber nun bewusst machen?

 

 

Wir wissen, dass wir alle die gleichen Grundbedürfnisse haben

 

Auf einem pinkfarbenem Mandala steht: "Wir wollen uns in Gesellschaft anderer Menschen sicher und anerkannt fühlen. Wir möchten gekannt und verstanden werden. Wir trauen uns nicht wirklich, es zu sagen, aber eigentlich wollen wir geliebt werden."

 

Und wenn wir jetzt noch ein bisschen ehrlicher sind, dann wollen wir sogar genau so, wie wir sind,  geliebt werden. Obwohl wir das gar nicht für möglich halten, mit unseren Schwächen, den sogenannten Macken.

Die Makel, die wir jeden Tag versuchen, zu verstecken.

Du weißt, was ich meine.

 

 

Und wenn Du Dir nun bewusst machst, das Du Einfluss auf Deine Mitmenschen hast und dass Deine Mitmenschen Einfluss auf Dich haben,

 

wenn Dir bewusst wird, dass wir Gefühle beieinander auslösen,

wenn Dir klar ist, dass wir alle die selben Grundbedürfnisse haben,

und wir eigentlich alle nur zufrieden sein wollen, frei von Leiden,

 

müsste dann nicht eigentlich der nächste Schritt sein, zu lernen, verantwortungsvoll miteinander umzugehen? 

 

 

Ich weiß, dass viele Menschen nicht wissen, wie sie in eine Rolle kommen, aus der heraus sie aktiv ein Miteinander gestalten können. Viele haben das aufgegeben.

 

Aber nur wenn wir unseren Einfluss auf unsere Mitmenschen erkennen und es dadurch schaffen, aus der Passivität herauszukommen und aktiv zu werden, nur dann werden wir auch bewusst Entscheidungen darüber treffen, wie wir unser Miteinander gestalten möchten.

 

 

Hier ist Selbstfürsorge wichtig

Jetzt wurde aber ein anderes Thema, das sich auf unser Miteinander auswirkt, noch gar nicht angesprochen:

Ich, oder eben Du.

 

Wir selbst, manchmal bis oben hin vollgepackt mit unseren eigenen Geschichten von Liebe, Leid und Enttäuschung, von Träumen und Erwartungen, Zielen und Wünschen…

In jedem von uns steckt viel drin.

Da ist eine Menge was los, bei uns.

 

Deswegen ist die Selbstfürsorge ein weiterer wichtiger Aspekt.

Wir müssen lernen, Verantwortung für uns selbst zu übernehmen.

 

Wie oft wünscht Du Dir, Dein Partner würde Dich glücklich machen?

Oder, wenn Du single bist, wie oft wünscht Du Dir, Du hättest einen Partner, damit Du glücklich wirst?

Wie oft machen wir unser Glück von äußeren Umständen abhängig, auf die wir überhaupt keinen Einfluss haben?

 

Für mich ist eins klar: wenn wir alle wieder mehr Verantwortung für unser eigenes Glück übernehmen würden, wären wir von unseren Mitmenschen weniger enttäuscht. Wir erwarten, dass sie uns glücklich machen, für uns sorgen. Dabei können sie das gar nicht in dem Umfang, wie wir es uns wünschen. Das ist nicht möglich. 

 

 

Wir können aber für ein zufriedeneres Miteinander sorgen, wenn wir erkennen, dass unser Verhalten bei unseren Mitmenschen Wirkung hat. Und wenn wir bereit sind, den Schluss zu ziehen und verantwortungsvoll miteinander umzugehen.

Das ist möglich. Es ist lernbar.

  

Gehen wir es an!

 

 

 

Was hältst Du von diesem Artikel? Sind Dir die Gedanken fremd? 

Oder denkst Du auch darüber nach, dass Du Deine Beziehungen zu anderen -und vielleicht auch zu Dir selbst- verbessern könntest?

 

Schreib mir!

 

 

 

P.S. Wenn Dich interessiert, wie Du gut für Dich sorgen kannst, dann gucke hier.

 

 

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