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5 Wege, mit denen Du Selbstmitgefühl entwickeln kannst


5 Wege, mit denen Du Selbstmitgefühl entwickeln kannst

Selbstfreundschaft - Teil 2 -


Eine Frau steht im Wildblumenbeet und hat einige gepflückte Blumen in den Händen. Sie wirkt in sich gekehrt. Dort steht "Selbstfreundschaft Teil 2 - 5 Wege, mit denen Du Selbstmitgefühl entwickeln kannst."

„Ich muss das heut noch erledigen.“
„Jetzt hab ich das schon wieder vergessen!“
„Ich schaffe das alles nicht, dann streiche ich eben meine Zeit für mich.“
„War ja klar, dass das wieder nicht klappt.“
„Ich hab es schon wieder verballert!“
„Ich kann nicht ausfallen, das geht jetzt nicht.“
„Die anderen erwarten doch, dass ich das mache. Das muss also klappen.“

 

Was wir anderen nie antun würden, sind wir nur zu schnell bereit, uns selbst anzutun

 

Wir merken, dass es uns nicht gut geht, und machen doch weiter;
wir spüren, dass uns nicht wohl bei einer Sache ist, ordnen uns aber trotzdem unter;
wir glauben, Ansprüchen genügen zu müssen und sind bereit, uns selbst dafür zu übergehen.

 

 

 

Wir haben nicht gelernt, gut zu uns zu sein.
Stattdessen haben wir aber gelernt, uns selber anzutreiben, uns unter Druck zu setzen, damit wir Leistung erbringen und wir haben irgendwann aufgehört, auf uns selber, auf unsere innere Stimme zu hören. 


Hier geht es um Herz und Verstand

 

Es geht darum, dass wir wieder lernen sollten, Herz und Verstand eine Stimme in uns zu geben.
Es ist nicht verkehrt, dass wir uns antreiben und dass wir uns auch mal selber Druck machen.
Es ist aber verkehrt, dass wir damit nicht mehr aufhören.
Es ist verkehrt, dass wir uns oft mehr durch Erwartungen Anderer lenken lassen, als durch unsere  eigenen Bedürfnisse.
Und es ist vor allem nicht in Ordnung, mit sich selbst auf eine Art und Weise zu reden (denken), wie wir es uns anderen gegenüber niemals erlauben würden!

 

Das muss ein Ende haben!

Das zu lernen ist aber gar nicht einfach.
Über Jahre, teilweise Jahrzehnte, angewöhnte Verhaltensweisen werden wir nicht in kurzer Zeit abstellen können, das stimmt.
Aber wir werden sie nie abstellen, wenn wir nicht beginnen, uns damit auseinander zu setzen.

 

Ich habe in den vergangenen Wochen viel überlegt, wie es nun am besten weitergeht, mit der Reihe zur Selbstfreundschaft. Ich finde, ein grundlegender Schritt ist, zu lernen, nachsichtig und mitfühlend mit Dir selber umzugehen. Deswegen werde ich Dir jetzt einige Ideen vorstellen, mit denen Du lernen kannst, Selbstmitgefühl zu entwickeln.

 

 

1. Höre Dir zu

Versuche, Dir immer wieder dabei zuzuhören, wie Du mit Dir selbst umgehst, also wie Du über Dich denkst und wie Du mit Dir „redest“.


Verurteile Dich nicht für Deinen Umgang mit Dir, sondern übe Dich immer wieder nur darin, Deinen Gedanken zu lauschen. Wenn Dir bewusst ist, wie Du mit Dir umgehst, kannst Du Deinen Umgang mit Dir ändern. Also sei mutig und lasse Dich immer darauf ein, auf Deine Gedanken zu achten. Hiermit kannst Du einen Grundstein für deine eigene Persönlichkeitsentwicklung legen.

 

Wenn Du magst, kannst Du Dich zum Meditieren morgens ein paar Minuten hinsetzen und Deinen Gedanken lauschen. Das kann am Esstisch genauso gut funktionieren, wie auf dem Boden im Schneidersitz. Es ist egal, wie oder wo Du das machst. Ich mache das zum Beispiel gerne in der Bahn, oder auch immer wieder zwischendurch, wenn ich mich gerade daran erinnere.

 

 

Aber bleibe dabei, verurteile Dich nicht. Das nützt Dir nichts.
Auch wenn Du Dir vorgenommen hast, auf Deine Gedanken zu achten, und immer wieder mit Deiner Konzentration abschweifst: in dem Moment, in dem Dir auffällt, dass Du abgeschweift bist, bist Du bereits wieder achtsam.

Nimm diese neue Achtsamkeit an und ärgere Dich nicht über das Abschweifen Deiner Gedanken. Es ist ganz menschlich, dass das passiert.


Falls Du Dich schon mit Achtsamkeit auseinandergesetzt hast, kennst Du das: Achtsamkeit ist Wahrnehmen, ohne zu urteilen. Achtsamkeit bewertet nicht, sie nimmt nur wahr, was im Hier und Jetzt passiert. 

2. Sieh Dich, wie ein Freund es tun würde

 

Wenn Du merkst, dass Du wieder hart mit Dir selber ins Gericht gehst, dann überlege Dir, was Du einer Freundin sagen würdest, die in Deiner Situation wäre.


Würdest Du ihr auch vorwerfen, dass sie das nicht gut genug gemacht hat?
Würdest Du ihr sagen, dass sie sich demnächst gefälligst mehr Mühe geben soll, um ihre Sache besser zu machen?
Würdest Du sie etwa niedermachen und ihr sagen, wie wenig sie doch gebacken bekommt und wie wertlos sie deswegen ist?


Ich glaube nicht. Und wenn Du Dich hiermit auseinandersetzt und Dich immer wieder daran erinnerst, dass Du lernen möchtest, mehr Mitgefühl für Dich zu entwickeln, dann wird Dir Deine Art, mit Dir umzugehen immer mehr auffallen.


Und genau dadurch kannst Du es ändern! Also sei nicht doppelt böse auf Dich, wenn Du bemerkst, dass Du wieder einmal gedacht hast „Boah, bin ich blöd!“
Sei nachsichtig mit Dir.

Du kannst zum Beispiel einfach denken „Ach, stimmt ja gar nicht!“, oder „Ach, so wollte ich ja gar nicht mehr mit mir umgehen!“ und gut ist.

Eine Frau steht im Wildblumenbeet und hat einige gepflückte Blumen in den Händen. Sie wirkt in sich gekehrt. Dort steht "Achtsamkeit bedeutet, nur wahrzunehmen, ohne zu bewerten oder zu verändern. Es geht hierbei also nur darum, dass Du Dich spürst und pr

          Denke nicht, dass Du Deine gewohnten Denkmuster schnell ändern wirst. Es wird Dir am Anfang vielleicht sogar so erscheinen, als wenn Du noch öfter schlecht über Dich denkst, da Du ja jetzt bewusster zuhörst. 

Lass dem Prozess Zeit und vertraue auf eine Besserung. 

 

 

 

      3. Achte mehr darauf, was Dir gut tut

Wie ich es vorhin schon beschrieben habe, übergehen wir oft unsere Wünsche oder Bedürfnisse, weil wir beispielsweise glauben, dass sie jetzt keine Erfüllung bekommen können oder weil wir viel zu tun haben. Vielleicht glauben wir bei manchen Dingen sogar, wir hätten das nicht verdient. 


Stell Dir mal vor, ein Freund von Dir würde Dir sagen, was er gerade braucht, und Du würdest immer so tun, als hättest Du ihn gar nicht gehört. Ganz schön verletzend, oder?
Ganz ehrlich, mich würde solch ein Verhalten meiner Mitmenschen sehr kränken.
Dich bestimmt auch.


Deswegen hör auch Du selber damit auf. Dein Körper und auch Deine Psyche haben ein Recht darauf, dass Du Dich gut um Dich kümmerst. Natürlich kann es immer mal wieder vorkommen, dass Du Deine Bedürfnisse nicht direkt erfüllen kannst. Aber es ist wichtig, dass Du lernst, Deine Bedürfnisse und Wünsche wahrzunehmen und respektvoll damit umzugehen.


Wenn Du Dein Bedürfnis nicht sofort erfüllen kannst, dann unterdrücke es nicht. Du kannst auch zu Dir sagen

„Ich schreibe jetzt zu erst den Artikel über Selbstfreundschaft zu Ende, und danach werde ich ein warmes und entspannendes Bad nehmen.“


Selbst wenn es noch Stunden dauert oder auch noch länger, ignoriere und unterdrücke Deine Wünsche nicht.
Tatsächlich glaube ich sogar, dass alleine die achtsame Wahrnehmung Deiner Bedürfnisse schon heilsam sein kann. Einfach weil Du selbst merkst, dass Du Dich jetzt mehr ernst nimmst und Dich nicht selber übergehst.

 

 

 

4. Verabschiede Dich von überhöhten Erwartungen

Du solltest nichts von Dir verlangen, das Du nicht erfüllen kannst.

Manchmal erwarten wir unfassbar viel von uns selbst. Das fängt an bei Arbeit, die auch von 3 Leute erledigen könnte, über ständiges ungesundes Multitasking, Aushalten von krankmachenden Lebensverhältnissen bis hin zu Erwartungen, die unsere Kompetenzen überschreiten.

 

Du kannst nicht alles von Dir erwarten. Du bist ein Mensch und Du kannst nur das erfüllen, was Du auch gelernt hast, bzw. was Dir Deine Kompetenzen und Ressourcen erlauben.

 

Übe Dich darin, Deine Ressourcen besser einzuschätzen:

Hast Du die Zeit, diese Aufgabe auch noch zu übernehmen?

Musst Du diese Sachen wirklich in so kurzer Zeit erledigen? Oder könntest Du Dir auch mehr Zeit lassen?

Bist Du für die Aufgabe überhaupt die beste Wahl? Oder gibt es vielleicht jemanden, der sich viel besser damit auskennt als Du?

Und möchtest Du wirklich noch das xte Hobby beginnen? Oder macht es vielleicht mehr Sinn, wenn Du Dich in Deinem anderen Hobby vertiefst?

 

Das sind nur Anregungen. Du selbst weißt am besten, an welchen Stellen Du Dich selbst überforderst.

Eine Frau steht im Wildblumenbeet und hat einige gepflückte Blumen in den Händen. Sie wirkt in sich gekehrt. Dort steht "Wenn Du es schwer hast, solltest Du es Dir leicht machen."

      5. Vergebe Dir Fehler, die Du gemacht hast
Dies ist wahrscheinlich einer der wichtigsten Punkte.            

      Lerne, Dir selbst Deine Fehler zu verzeihen.


Ich kenne es gut, wenn mir Erinnerungen an Fehler, die ich in der Vergangenheit gemacht habe, einen kleinen Stich im Bauch versetzen – oder einen Kloß verursachen.
Es gibt Situationen in meinem Leben, die sind mir heute noch peinlich. Das kann auch schon 20 Jahre her sein. 

    

      Und ich habe sicherlich auch einige Dinge getan, die ich später bereut habe.
Aber es ist doch so: Wenn ich es besser gewusst hätte, oder wenn ich es besser gekonnt hätte, dann hätte ich es doch auch besser gemacht.

Außerdem habe ich aus meinen Fehlern oft eine Menge gelernt. Klar, in dem Moment erkennen wir das nicht unbedingt.

 

Erinnere Dich daran, dass Du nicht perfekt zu sein brauchst. Du kannst gar nicht perfekt sein, denn es gibt das Perfekte nicht. Das ist eine Idealvorstellung.
Versuche Dich aus der Sicht einer verständnisvollen Person zu betrachten, wenn Dir das schwerfällt.

 

 

Mit der Zeit wirst Du das immer besser können, denn, wenn Du Dich immer wieder darin übst, mehr auf Dich zu hören und so Mitgefühl für Dich zu entwickelst, dann wird das Verständnis für Dich und Deine Nachsicht von alleine wachsen. 


Ich freue mich, dass Du Dich darauf eingelassen hast, meinen Denkwegen zu folgen!
Danke für Dein Interesse und für Dein Vertrauen in mich.

Ich hoffe, dass Dich meine Anregungen auf Deinem Weg begleiten und bereichern können!

 

Schreib mir doch, was für Erfahrungen Du machst!
Oder hast Du vielleicht auch noch andere Ideen?

 

Ich wünsche Dir alles Gute!
Achte auf Dich!

 

 

Deine Kati

 

P.S. Hier kommst Du zum ersten Teil Der Reihe zum Thema Selbstfreundschaft.

 

Und wenn Dich die Achtsamkeit interessiert, dass schau doch mal hier
Jede Woche veröffentliche ich hier ein Achtsamkeitsexperiment. Das kostet Dich keine Zeit und wir gehen hier mit spielerischer Neugier an die Themen ran. 


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Kommentare: 2
  • #1

    Clemens (Dienstag, 12 März 2019 17:27)

    Liebe Kathi!

    Ein schöner Artikel! Ich finde es gut, dass du mich - und uns alle - daran erinnerst, etwas freundlicher zu uns selbst zu sein. Ich persönlich vergesse darauf ja ziemlich schnell im Eifer des Alltags.

    Also vielen Dank und liebe Grüße!

    Clemens

  • #2

    Kati (Donnerstag, 14 März 2019 05:16)

    Lieber Clemens,
    vielen Dank für Deinen lieben Kommentar! (=
    Es freut mich, dass Dir der Artikel wieder gefällt. Mir ist das Thema so wichtig, weil ich glaube, dass die Welt tatsächlich zu einem besseren Ort wird, wenn, wir lernen, besser mit uns selbst umzugehen. Immerhin müssen wir den ganzen Frust, den wir selber verursachen, ja auch irgendwo lassen. Dazu werde ich auch noch einen Artikel schreiben! :-D
    Ich wünsche Dir viel Freude und Inspiration auf Deinem Weg!
    Achte auf Dich!
    Deine Kati