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Achte auf Deine Gefühle


Achte auf Deine Gefühle

Achtsamkeitsexperiment Nr. 12


Willkommen zurück bei den Achtsamkeitsexperimenten.

Schön, dass Du dabei bist!

 

Bei den Achtsamkeitsexperimenten geht es um kurze und knackige Übungen, die Dich keine weitere Zeit kosten und die Spaß machen! 

Ziel ist, dass Du wieder präsenter in Deinem Leben wirst und Dir selbst mit nur kleinen Übungen Aufmerksamkeit schenkst.

 

Du kannst jeder Zeit einsteigen und Du brauchst keine Extra-Zeit einplanen.

Achtsam zu sein wird am Besten im Alltag geübt, also da, wo auch unser Leben stattfindet.

 

 

Es ist ganz leicht mit Deiner Achtsamkeit zu experimentieren.

Finde es heraus und mach mit!

 

 

Achtsamkeitsexperiment Nr. 12

Achte auf Deine Gefühle

 

Gefühle sind immer richtig

 

Das ist ein Grundsatz, der mir im Privaten, als auch bei meiner Arbeit mit Menschen unheimlich wichtig ist.

 

Seien es nun meine eigenen Gefühle oder die anderer, Gefühle dürfen immer da sein. Und sie lügen nicht. Denn sie beanspruchen gar nicht für sich, im Recht zu sein oder etwas zu wissen.

 

Sie wollen nur eins:     beachtet werden. 

 

Es ist egal, was der Verstand dazu sagt, ob er die Gefühle begreifen kann oder nicht.

 

Das verhängnisvolle in unserer Gesellschaft ist nun aber, dass wir oft überhaupt nicht gelernt haben, wie wir mit unseren Gefühlen umgehen können.

 

Also versucht eben doch der Verstand, die Gefühle in den Griff zu kriegen – oft mit fatalen Folgen für unsere Gefühlswelt.

 

Dann versucht der Verstand beispielsweise einzuordnen, ob denn die Gefühle auch angebracht sind. Ob sie ein Recht haben, solch ein Chaos in uns zu verbreiten. Zumindest tut er das, wenn es uns schlecht geht.

 

 

Es gibt Gefühle, die sind Dir glasklar. Du fühlst sie und hast keine Fragen dazu.

 

Aber da sind auch diese anderen Gefühle – von kleinen, kaum wahrnehmbaren Nuancen bis hin zu starken und dabei trotzdem völlig unscharfen, kaum begreiflichen Gefühlswelten, die Deine Stimmung beeinflussen und die sich nicht selten auf Dein Handeln auswirken.

 

Keiner rechnet mit etwas Besonderem, auch Duselbst nicht, und bähm, da hast Du Dein Gegenüber auch schon angeranzt.

 

Uuuups, was war denn da los?

Gestatten, das Gefühl!

 

 

Gefühle können also viel mit uns machen. Sie wirken auf uns, ob wir das wollen oder nicht.

 

Nun versuchen viele, sie wegzuschieben, oder zu überdecken indem sie sich ablenken durch Arbeit, Medienkonsum, Veranstaltungen – und nicht zuletzt auch durch den Konsum von Alkohol oder Drogen.

 

Der heilsamere Weg ist natürlich, dass Du beginnst, Dich wieder mit Deinen Gefühlen zu verbinden und dass Du sie auszuhalten lernst.

 

 

Beginnen kannst Du damit, dass Du Dich immer wieder darin übst, hinzuspüren, sie zuzulassen und auszuhalten.

Du weißt, dass das ein Gefühl ist und auch wenn es sich noch so schlimm anfühlen mag, es wird wieder weggehen.

 

Langfristig ist es schlimmer, wenn Du es ignorierst, denn dadurch verfestigt es sich. Wie bereits gesagt, es will von Dir beachtet werden. 

Und nun dazu, wie Du im Alltag Achtsamkeit für Deine Gefühle entwickeln kannst:

 

Spüre immer wieder in Dich hinein.

 

Ist da ein Gefühl?

Oder eine Stimmung?

 

Schiebe es nicht beiseite, versuche, es nur zu spüren – ohne es festhalten zu wollen und ohne es von Dir wegschieben zu wollen.

 

Vielleicht hilft es Dir, das Gefühl zu benennen.

Angst, Freude Trauer, Wut…

 

Du kannst es auch begrüßen.

Hallo Angst, hallo Freude...

 

Erinnere Dich daran: Dein Gefühl möchte Dich auf etwas aufmerksam machen. Es erfüllt damit eine wichtige Funktion Für Dich.

 

Wenn Du etwas bei Deinem Gefühl verweilen willst, dann erspüre doch mal, wo es sich im Körper bemerkbar macht.

 

Im Bauch? Im Hals? Oder wo kannst Du es spüren?

 

Wenn Du es nicht im Körper spüren kannst, ist das auch völlig in Ordnung.

 

 

Wir Menschen sind da sehr verschieden.

 

Du kannst versuchen, in Dein Gefühl hinein zu atmen.

Wie fühlt sich das an? Verändert es etwas?

 

Es wird am Anfang vielleicht sonderbar für Dich sein, diese Übungen zu machen. Setze Dich nicht unter Druck und erwarte nichts von Dir.

 

Nimm das an, was ist und lass Dir Zeit und sei nachsichtig mit Dir und Deinen Gefühlen.

 

Wenn Du besonders schwere Gefühle hast, kann es hilfreich sein, mit ihnen ein Zwiegespräch zu führen.

Dadurch verlierst Du Deine Hilflosigkeit und Dein Gefühl wird aktiv wahrgenommen und aufgefangen.

 

Schon alleine der Satz „Hallo Traurigkeit, ich weiß, dass Du da bist. Ich fühle Dich und bin bei Dir.“ kann Linderung verschaffen.

 


Probiere doch mal etwas rum, was Dir gut tut. Und sei dabei mal wirklich ganz offen; es sieht ja keiner, was Du da mit Dir ausmachst.

Und zu schämen brauchst Du Dich nun wirklich nicht, denn mit unseren Gefühlen müssen wir alle umgehen.

 

Sorge gut für Dich.

 

 

 

Gestern war ich in einer Ausstellung über Krieg. Die Bilder dort haben mich sehr berührt und betroffen gemacht, sodass ich bis in  die Nacht hinein noch mit meinen Gefühlen beschäftigt war.


Ich habe für mich gesorgt, indem ich mir erlaubt habe, das Achtsamkeitsexperiment erst einige Stunden später zu veröffentlichen, da ich mich nicht unter Druck setzen wollte, es fertigzustellen.

Und ich habe meinen Mann gebeten, für mich da zu sein. Er kennt mich natürlich gut und weiß, wie sehr ich mitfühle.

 

 

So ist das manchmal mit den Gefühlen: sie überraschen uns an Stellen, an denen wir vielleicht gar nicht so sehr damit gerechnet haben. Mal bremsen sie uns aus, dann spornen sie uns aber auch an. Meine Erfahrung ist, dass es bereichernd sein kann, wenn Wir uns für sie öffnen und uns ihnen stellen. Das Leben wird facettenreicher und es kann vieles heilen, das wir bisher unbeachtet gelassen haben. 

 

 

Ich habe beim Schreiben bemerkt, dass es noch so viel mehr dazu zu sagen gibt. Also werde ich mir bald nochmal Zeit nehmen und einen ausführlicheren Artikel zum Fühlen schreiben.

 

 

 

Jetzt wünsche ich Dir einen guten Start in die Woche und vor allem den Mut, Deine Gefühle willkommen zu heißen, auch wenn es mal unangenehm wird!

 

Achte auf Dich!

 

Deine Kati

 

 

 

P.S. Hier findest Du einen passenden Artikel dazu, nämlich 5 Wege, mit denen Du Selbstmitgefühl entwickeln kannst und nachsichtiger mit Dir bist.

 

Hier erfährst Du, wieso Achtsamkeit eine Grundlage ist, um gut für Dich zu sorgen. 

 

Und hier kommst Du zu den anderen Achtsamkeitsexperimenten.

 

 

 

 

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