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Achtsamer Umgang mit Medien


 

Willkommen zurück bei den Achtsamkeitsexperimenten.

 

Schön, dass Du dabei bist!

 

Bei den Achtsamkeitsexperimenten geht es um kurze und knackige Übungen, die Dich keine weitere Zeit kosten und die Spaß machen! 

 

Es geht darum, dass Du wieder präsenter in Deinem Leben wirst und Dir selbst mit nur kleinen Übungen Aufmerksamkeit schenkst.

 

Du kannst jeder Zeit einsteigen und Du brauchst keine Extra-Zeit einplanen.

 

Achtsam zu sein wird am Besten im Alltag geübt, also da, wo auch unser Leben stattfindet.

 

Es ist ganz leicht mit Deiner Achtsamkeit zu experimentieren.

 

 

Finde es heraus und mach mit!


Achtsamkeitsexperiment Nr. 15

Achtsamer Umgang mit Medien


 

Wir haben keine Chance, an ihnen vorbei zu kommen.
Der eine liebt ihre Präsenz, der andere verflucht sie.
Und wie alles andere auch, haben sie ihre guten und ihre schlechten Seiten: die Medien.

 

Seit meiner Kindheit haben sie sich enorm entwickelt:

Zuerst gab es Bücher, Radio und Fernsehen.

Dann bekamen wir einen Amiga 500.

Das war damals die Wucht in Tüten!
Als nächstes kam der Super Nintendo.

Das ist der mit den Spielen, bei denen wir noch jeden Pixel einzeln erkennen konnten. Kennst Du den noch?

 

In der weiterführenden Schule hatte ich Computer-Unterricht. 

Dann kamen die Handys.

Verdammt, die waren doch mit denen, die wir heute haben, überhaupt nicht vergleichbar!


Ich habe mich echt lange geweigert, diesen „neumodischen Scheiß“ mit mir herumzutragen.

Köstlich, wenn ich heute an meinen jugendlichen Widerstand denke!

 

Nun ja, aber als ich begann raus zu gehen, sollte ich auch so ein Handy mitnehmen. Das war die Voraussetzung.
Da hatte ich also meine Telefonzelle zum Mitnehmen.

 

Mein erster Rechner war ein ausrangierter von einem Freund. Wisst ihr noch damals: ICQ? Gefressen hat mich das. Bis ich irgendwann einen Stop-Strich darunter zog, weil ich unfassbar viel Zeit beim Chatten verbracht habe.
Als ich erkannte, dass die Beziehungen per Messenger nicht echt, nicht vollwertig für mich waren, gab ich das auf. Ich wollte mich im echten Leben anerkannt fühlen und nicht virtuell.

 

Aufgrund meiner eigenen Erfahrung – und der mit einem Freund, der sich regelmäßig so sehr in seinem Computer verlor, dass ich damals wie heute von Sucht sprechen möchte -  entwickelte ich mich zu einer Gegnerin der Internetkommunikation.
Es ängstigte mich, dass wir Menschen dem einen so hohen Stellenwert zu geben bereit waren.


Trotzdem habe ich mich immer wieder mit dem Thema auseinandergesetzt, fand es mal gut und mal doof.
Musste mich mit meinen Ängsten auseinandersetzen und auch mit der Vielschichtigkeit der Thematik.

 

Und heute? Heute tragen wir alle unser Handy permanent mit uns herum. Per Messenger haben unsere Mitmenschen ständig Zugriff auf unsere Lebenszeit. Oft ist das Handy das Letzte als auch das Erste, was wir am Tag sehen.

 

Wir lassen uns wecken, schreiben unseren Einkaufszettel, tragen Termine ein, hören Musik, sehen Videos, tracken, was wir tun und wo wir es tun, durchstöbern unsere Social-Media-Kanäle und manchmal telefonieren wir sogar noch damit.

 

Ich habe meinen Weg im Umgang mit den Medien gefunden.


Das heißt nicht, dass ich den einen Weg habe, den ich jetzt immer anwende. Vielmehr habe ich gelernt, achtsam und bewusst damit umzugehen.

 

So kann ich darauf reagieren, wie es mir geht und das machen, was gerade gut für mich ist.


Wenn mir alles zu viel wird, zu viel Arbeit, zu viele Erwartungen und zu viel Gefühl, dann vergrabe ich mich auch mal gerne in Medienkonsum. Das weiß ich und eine Zeit lang ist das dann auch okay.

 

An den Wochenenden bin ich kaum bei Facebook, Instagram und Co anzutreffen. Dann erlaube ich mir, mein Handy mal komplett zu ignorieren und wieder bei mir selbst anzukommen.


Ich brauche das.

 

 Ich finde, das ist ein guter Weg: sich aktiv und bewusst mit dem eigenen Medienkonsum auseinandersetzen, sich klar machen, was Medien bei Dir bewirken und sich auch Gedanken darüber machen, was die Inhalte sind. 

Denn natürlich haben auch die Inhalte großen Einfluss auf unsere Psyche, als auch auf unsere Meinungsbildung. 

 

 

Wie gehst Du denn mit Deinem Medienkonsum um?

 

Sei doch diese Woche mal ganz achtsam dafür, wie Du Medien konsumierst.

Das muss gar nicht bedeuten, dass Du etwas Bestimmtes machen sollst oder dass Du Deinen Konsum verändern sollst.

Du sollst Dir mit Sicherheit auch nicht von anderen – auch nicht von mir -  diktieren lassen, was für ein Umgang gut ist.

 

Achte für Dich darauf.

Wie oft nimmst Du Dein Handy in die Hand?

Was machst Du mit dem Handy?

Siehst Du oft nach, ob Du Nachrichten bekommen hast oder Mails?

 

Kannst Du fühlen, was für ein Bedürfnis dahinter steckt?

Was für ein Gefühl begleitet Dich dabei?

Und welche Erwartungen bringst Du mit?

 

Wenn Du Dich in den Social-Media-Kanälen herumtreibst, was erhoffst Du zu finden?

Geht es Dir um Zerstreuung?

Oder um Austausch mit Deinen Mitmenschen?

Versuche auch hier immer wieder mal zu spüren, was in Dir vorgeht.

Welche Gefühle sind da?

Und welche Gefühle werden ausgelöst durch das, was Du siehst?

 

Spüre auch im Nachhinein noch mal in Dich hinein:

Hast Du etwas mitgenommen von den vielen Eindrücken?

Beschäftigt Dich noch etwas?

Sind Gefühle da, die dort herrühren?

 

Wenn Du erschöpft zu Hause ankommst, was für Medien konsumierst Du dann gern?

Siehst Du fern?

Oder liest Du lieber?

Spüre auch hier nach, was die vielen Eindrücke mit Dir machen.

Tut Dir das gut?

Oder merkst Du vielleicht, dass Dir etwas Anderes besser täte?

 

Merkst Du auch, wie die Inhalte auf Dich wirken?

Es gibt so viele Botschaften voller Hass und Missgunst, wie gehst Du damit um?
Was macht das mit Dir und wie hinterlassen solche Nachrichten und Diskussionen Dich und Deine Gefühle?

 

Achte auf Dich und sei ganz offen. Erlaube Dir, mit Neugierde auch Dein ganz gewohntes, tägliches Leben zu beleuchten, ohne Dich dafür zu beurteilen oder zu verurteilen. Es geht hierbei darum, dass Du Dich besser kennenlernst und dass Du lernst, selber präsenter in Deinem Leben zu sein.

 

 

 

Ich habe mal wieder gemerkt, dass die Medienwelt so komplex ist, dass hier noch lange nicht jeder Gedanke zu Wort gekommen ist.

 

 

Viel Spaß beim Erkunden und eine schöne Woche wünsche ich Dir!

 

 

Achte auf Dich!

 

Deine Kati

 

P.S. Hier kommst Du zu den anderen Achtsamkeitsexperimenten.

 

Und hier findest Du meine Artikel zum Thema Selbstfürsorge.
Gerade wenn wir beginnen, Achtsamkeit in unser Leben zu lassen, ist Selbstfürsorge ein hilfreicher Begleiter. Wir erkennen durch die Achtsamkeit sicherlich auch einiges, das wir lieber verdrängen würden weil es uns nicht so gut gefällt und unserem Selbstbild schaden kann. Deswegen ist es wichtig, dass wir gut für und sorgen können.  

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Kommentare: 4
  • #1

    Clemens (Dienstag, 23 April 2019 11:54)

    Liebe Kati!

    Danke sehr! Das ist ein sehr aktuelles Achtsamkeitsthema! Ich erlaube mir zum Beispiel - obwohl ich beruflich selbständig bin - immer wieder mal sogar einige Tage nicht auf Facebook zu sein oder auch mein Mobiltelefon sehr oft im Flugmodus zu haben . Ich bin nämlich sensibel bezüglich elektromagnetischer Strahlung. So versuche
    ich, die Balance zwischen Schutz und Nutzen zu finden. . Gerade beim Handy denke ich mir, dass ja auch bei eingeschaltetem Flugmodus ohnehin die Sprachbox kommt, und diejenigen, die mir eine Nachricht hinterlassen, rufe ich dann auch zeitnah zurück. Ich finde, wir sollten uns da nicht unter Druck setzen oder unter druck setzen lassen.

    Ich denke mir, die Medien und die damit verbundenen technischen Hilfsmittel sollen uns unterstützen, wir brauchen uns aber nicht zu ihren Sklaven zu machen. Frei nach dem Zitat aus dem neuen Testament: „Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat“.

    Viele liebe Grüße!

    Clemens

  • #2

    Kati (Sonntag, 05 Mai 2019 23:10)

    Lieber Clemens,
    vielen lieben Dank für Deinen - wie immer - lieben Kommentar. Deine Wertschätzung macht mir Freude und motiviert mich. Danke! ( =

    Und ganz aktuell sprichst Du mir aus der Seele. Denn meine späte Antwort rührt daher, dass ich mir aufgrund eines Verlustes eine Auszeit genommen habe, um mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Ich brauchte Sammlung und Ruhe um mich neu ausrichten zu können. Und genau deswegen habe ich den Blog einfach mal Blog sein lassen.
    Ich denke, dass Du mich da gut verstehst, trotzdem: Vergib mir bitte meine späte Antwort.

    Im Übrigen mache ich das auch so: Ich lege am Wochenende das Handy gerne zur Seite und besinne mich auf mich und meine Lieben. Das ist total wichtig für mich um mit meinem Selbst verbunden zu bleiben und mich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

    Ich grüße Dich ganz herzlich und wünsche Dir einen schönen Start in die Woche.

    Deine Kati

  • #3

    Clemens (Donnerstag, 09 Mai 2019 00:04)

    Liebe Kati!

    Das verstehe ich. Ich hoffe, dass Du ausreichend Ruhe für deine innere Sammlung gefunden hast Tut mir leid betreffend deinen Verlust!!

    Herzliche Grüße und einen schönen und friedlichen Monat Mai!

    Clemens

  • #4

    Kati (Mittwoch, 22 Mai 2019 12:17)

    Hallo Clemens,
    vielen, vielen Dank!
    Es geht mir schon weitaus besser, sodass ich inzwischen hier auch wieder am Start bin.
    Es ist schön, einen so treuen Leser und Blogger-Freund zu haben! ( =
    Ich wünsche Dir auch eine tolle Zeit!
    Deine Kati