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Deine ersten Schritte zur Selbstverwirklichung


Deine ersten Schritte zur Selbstverwirklichung

 

Weihnachten kommt deswegen immer plötzlich, weil das Leben so schnell passiert.

 

Muss das sein? Muss das Leben so schnell an uns vorbeirennen? Ist es dann noch unser Leben? Ist es mein Leben?

 

Ich bin ausgestiegen, aus dem Gehetzt-Sein.

Das bedeutet nicht, dass ich keinen Stress mehr habe, aber ich entscheide, wann es zu viel ist und wann ich eine Grenze setze.

 

Grenzen zu setzen habe ich schmerzhaft gelernt, weil ich früher weit über meine Grenzen gegangen bin.

Darüber bin ich heute nicht unglücklich.

Ich habe damals gelernt mein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Hierfür war viel nötig: viel Zeit und viel Verständnis.

 

Und ich kann mein Leben nur dann in meiner Hand behalten, wenn ich mir immer wieder Zeit nehme – darauf Acht gebe.

Wie möchte ich leben?

Diese Frage steht für mich im Kern des Ganzen.
Wie stelle ich mir mein Leben vor und was kann ich tun, damit ich auch dahin komme – oder doch zumindest in die Nähe davon?

 

Während ich die Konzeption für diesen Artikel schrieb, ist klar geworden, wie viel tatsächlich in die Thematik mit reinspielt:

 

Es geht um Selbst- und Fremdbestimmung, Stressmanagement, Zeitmanagement, um eine Energiebalance im direkten und auch im weitesten Sinne, es geht um Verantwortung mir selbst und meinen Mitmenschen gegenüber, darum, meine Träume zu (er-)spüren und vielleicht auch zu verwirklichen, um Wertvorstellungen, um Persönlichkeitsentwicklung, um Selbstwert und Selbstbewusstsein und nicht zuletzt um gezielte Ruhephasen, die eine Reflexion und Besinnung auf uns selbst ermöglichen.

 

Um aber überhaupt an einen Punkt zu kommen, an dem ich mir ein Bewusstsein darüber verschaffen kann, was für mich wichtig ist, ist es nötig, dass ich aus den vielen Automatismen ausbreche, denen ich jeden Tag nachgehe und mir gezielt Zeit für mich nehme.

 

 

Ich rede hier nicht von Stunden - die haben wir wahrscheinlich alle nicht.

 

Inmitten einer wildblumenwiese steht ein einziger roter Mohn. Darüber steht: "Es geht darum, den Alltag soweit zu entschleunigen, dass es immer mal wieder möglich ist, in mich hineinzuhorchen und mir meiner selbst bewusst zu werden."

Das Hamsterrad

Wenn wir im allbekannten Hamsterrad rennen, bemerken wir erst wenn wir stehen bleiben und uns einen Überblick verschaffen, dass wir im Kreis laufen.

 

Was aber sind die Tücken im Alltag, an denen es hapert, sich einen Überblick zu verschaffen?

    

      Medienkonsum
Medien konsumieren wir alle. Der eine mehr, der andere weniger. Es macht Sinn sie zu konsumieren: zur Informationsgewinnung genauso wie zur Inspiration oder auch einfach zur Unterhaltung.
Wichtig ist hierbei -und da muss jeder gut für sich selbst sorgen-  dass Medienkonsum reflektiert stattfindet. Fern zu sehen mag unterhaltsam sein, es lässt uns aber nicht abschalten. Unser Körper mag zur Ruhe kommen, unsere Psyche aber nicht. Sie ist mit einer Masse an Informationen konfrontiert, die sie verarbeiten muss.

Auch das Surfen in Internet und Social Media will verarbeitet sein. Es lenkt uns hervorragend ab, wer kennt das nicht; wir wollen kurz googeln, was für Tipps es gegen Frühjahrsmüdigkeit gibt und am Ende finden wir uns beim Shopping wieder -mitunter Stunden später!

Ganz abgesehen davon, dass es Sinn macht, bewusst zu steuern, mit welchen Inhalten wir uns umgeben, ist es ebenso wichtig, bewusst darauf zu achten, wieviel Zeit wir hier verbringen.

 

      Zu starke Orientierung auf die Außenwelt

Wenn wir es allen Recht machen wollen, werden wir uns selber nicht gerecht. Und das im ganz wörtlichen Sinne.
Zum einen ist es gar nicht möglich, es allen Recht zu machen.

Und zum anderen: Respekt bekommen wir dadurch nicht. Wenn wir uns nur um unsere Mitmenschen drehen, werden wir zum Fähnchen im Wind.

 

      Perfektionismus

Mit unserem eigenen Leistungsdruck tun wir uns nichts Gutes. Sich Mühe zu geben ist gut. Es wird auch bestimmt gut werden, wenn wir ganz bei der Sache sind. Aber es wird nicht perfekt werden. Nie. Das ist ein Aberglaube, der uns selbst großen Schaden zufügen kann.

Die einen Träume werden nicht wahr, weil wir unsere Energie im Perfektionismus verpulvert haben, die anderen werden deswegen auf der Strecke bleiben, weil wir gar nicht erst beginnen. Perfektionismus bringt uns dazu, unsere Ideen für nicht gut genug, nicht ausgefeilt genug, zu halten. Also setzen wir sie einfach nicht um.
Reflektierter Perfektionismus kann uns gute Erfolge bringen. Blinder Perfektionismus nicht. Es lohnt sich, hierher zu schauen, wenn Du Perfektionist*in bist.

 

      nicht Nein sagen

Das ist sicherlich bei vielen von uns vertreten: nicht nein sagen zu können. Zu denken, wir müssten etwas machen, wenn es von uns gewünscht oder gar erwartet wird.
Ja zu sagen möchte ich nicht verteufeln. Wir sollten die Überhand darüber haben, wozu wir Ja und wozu wir Nein sagen. Das funktioniert aber erst dann, wenn wir das Nein sagen beherrschen.

 

     Die Stressfalle
Je mehr wir in einen Stresskreislauf geraten, desto größer wird die Gefahr, dass wir uns darin verlieren. Besonders nach stressigen Tagen fällt es schwer, bei sich selbst anzukommen und abzuschalten. Nicht umsonst sagen die Buddhisten

„Wenn Du keine Zeit zum Meditieren hast, meditiere doppelt so lange.“

Es gibt verschiedene Arten von Stress und er ist auch nicht grundsätzlich zu bekämpfen. Mir macht ein gewisser Grad an Stress auch

Spaß. Achtsamkeit ist hier gefragt!

 

 

Das können welche der wichtigsten Störfaktoren auf dem Weg zu unserer Persönlichkeitsentfaltung sein. Natürlich ist das von Mensch zu Mensch unterschiedlich und deswegen wird es vielleicht auch nicht auf jeden passen. Vielleicht kennst Du auch noch ganz andere?

 

Nun ja, wir können aber auch nicht so einfach aus unserer Haut. Jahrelang angewandte Verhaltensmuster wird keiner von uns mal eben ablegen.
Das müssen wir auch gar nicht. 

Hol dich selbst da ab, wo Du stehst

In der Sozialen Arbeit wird oft davon gesprochen, den Menschen da abzuholen, wo er steht.

 

Ich finde, das sollte ganz genauso für uns selber gelten! Sogar ganz besonders für uns selbst, denn wir Menschen neigen dazu, zu uns selber viel zu hart zu sein.

Das ist aber nicht nötig.

 

Wir haben es verdient, dass wir zu uns selbst genauso gut und mitfühlend sind, wie zu unseren Liebsten.

 

Und hierbei zählt jeder Schritt.

 

Du musst also nicht zu einem Schweigekloster fahren und tagelang Zeit haben, Dich mit Dir selbst zu beschäftigen. Es geht darum, dass Du Dir selbst immer wieder Wege bietest, kurz abzutauchen, Dir Freuden zu machen und Dir zwischendurch immer wieder selbst zu begegnen.

 

Wenn Du das fernab Deines Alltags machst, kann das eine schöne Auszeit sein, aber hier geht es vielmehr darum, dass Du Dir im Alltag kleine Brücken baust, die Dir helfen können, Dich selbst in Deinem Leben mehr zu verorten.

 

Hier habe ich Ideen für Dich, mit denen Du beginnen kannst:

 

Pausen mit Lieblingsgetränk

kurze Atemmeditation

kurzer Spaziergang an der frischen Luft

gute Musik

Phantasiereisen

Meditationen

bewusst Essen

Achtsamkeit auf Deinen Körper

Achtsamkeit auf Deine Sinneserfahrungen

Achtsamkeit auf Gedanken oder Gefühle 

einfach drauf los schreiben

einem Hobby nachgehen

achtsames Essen

autogenes Training

progressive Muskelentspannung

malen

puzzeln

und:

bei meinen Achtsamkeitsexperimenten mitmachen       (=

 

Das sind nur einige Ideen, Dir fallen bestimmt noch mehr ein, die vielleicht besser zu Dir passen. 

 

 

 

Das Thema ist wirklich sehr groß und hier kratze ich noch an der Oberfläche. Und trotzdem ist der erste Schritt, nämlich der, sich Platz einzuräumen, sich besser zu spüren und kennen zu lernen, der zentralste Schritt auf dem Weg der 

Selbstverwirklichung.

 

 

 

 

Hast Du Fragen oder Anregungen?

 

Schreib mir!

 

Deine Kati

 

 

P.S. Wenn Du mehr zum Thema Selbstfürsorge lesen willst, klicke hier

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Clemens (Samstag, 19 Januar 2019 19:46)

    Liebe Kati!

    Danke, ein guter Artikel, finde ich. Du scheinst Dich schon recht intensiv mit den Dingen beschäftigt zu haben, über die Du schreibst.

    Viele liebe Grüße und noch ein schönes Wochenende!

    Clemens

  • #2

    Kati (Samstag, 19 Januar 2019 20:29)

    Hallo Clemens,

    vielen Dank für Deinen Kommentar. (=
    Ja, tatsächlich muss ich mich mitunter eher bremsen, denn antreiben. Ich finde die Beweggründe des menschlichen Handelns, das Miteinander, Persönlichkeitsentwicklung und gerade auch den Blick nach innen total spannend und wichtig.

    Danke, hab Du auch ein schönes Wochenende!
    Liebe Grüße
    Deine Kati